Prospektieren und Arbeiten mit Schleuse (Rinne, Sluice)

Bevor man mit der Schleuse zu arbeiten beginnt, muss zuerst eine lohnende Stelle gefunden werden (Prospektieren). Profigoldwäscher verbringen teilweise mehrere Wochen mit Prospektieren, bevor sie ihre Dredge zum Einsatz kommen lassen. Auch bei uns Hobbygoldsuchern gilt der Grundsatz:

Lieber eine Stunde länger mit Pfanne und Schaufel prospektieren und dafür eine lohnende Stelle finden, als Vollgas mit der Schleuse zu produzieren und sich am Abend wundern, dass der Gräberkumpel, mit Pfanne und Schaufel ausgerüstet, mehr Gold aus dem Bach geholt hat…

Eisenhaltiges Kies ist nicht zwingend ein Indiz für einen guten Goldgehalt. Zivilisationsschrott kann überall in den Bach rein kommen (eine uralte Velogabel, war bis jetzt mein grösster Fund, dafür nur Flitter im Microbereich…).

Schwermineralien geben einen guten Aufschluss über den Goldgehalt, weil diese natürlich vorkommen. Sobald der Gehalt von Schwermineralien gut ist, lohnt sich ein detailliertes Prospektieren. Da Schwermineralien 3-5x weniger schwer sind, muss man in der Breite beginnen und dann die Goldlinie einengen. Wenn in 30cm Tiefe Schwermineralien liegen, liegen 5m weiter vorne die Schwermineralien auch wieder in 30cm Tiefe. Je nachdem wie viel Geröllschicht beim letzten Hochwasser verschoben wurde, liegt diese Schicht in verschiedenen Tiefen und ist auch in der Längsausbreitung je nachdem weiter hinten oder vorne. Im Napf sieht man vielfach schon auf der Schaufel aufgrund der Schwermineralien, wie gut der Goldgehalt sein wird.

Eine alte Goldgräberweisheit sagt:

‚Gold ist dort wo man es findet…’.

Das stimmt 100%. Es gibt sehr viel Literatur über das Prospektieren, ich will hier diese Erkenntnisse nicht noch einmal wiedergeben. Eines ist aber sicher: Je härter die Schaufelarbeit sich gestaltet, desto besser ist in der Regel der Goldgehalt. In losem Sand habe ich schon mehrmals Pfannen ausgewaschen – da findet sich nichts. Wenn nach einem langen Goldwaschtag das Schaufeln immer wie härter wird und es immer weniger Gold hat, hat das aber an einem anderen Grund – die Schaufel mag einfach nicht mehr oder man ist auf dem Bedrock unten…

Sobald mit der Pfanne und Schaufel eine gute Stelle gefunden wurde, ist dann die Schleuse angesagt. Mit der Schleuse kann viel effizienter gearbeitet werden, da ein grosser Teil der Arbeit die Strömung des Wassers übernimmt. Mit einer Schleuse kann man in einem Tag schon mal über eine Tonne Geröll durchwaschen, was mit der Pfanne selbst für Wettkampfwäscher schwierig zu erreichen ist.

Eine Schleuse funktioniert eigentlich wie eine Zentrifuge. Im Rotor werden die Flitter nach unten gefördert. Ist das Gold aber mal im Teppich, geht es eigentlich nicht mehr verloren. Es gibt wohl tausend verschiedene Schleusenarten- und Formen. Im Grundsatz funktionieren diese alle etwa nach dem gleichen Prinzip. Es ist dann Geschmacksache, wer mit welcher Ausrüstung, in welchem Bach, bei welchen Wasserständen und Goldgrössen arbeitet.

Durch die Strömung wird das leichtere Material über die Schleuse hinausgespült. Das Gold mit seiner grossen Dichte bleibt im Gummi, hinter den Riffeln und im Teppich liegen. Wichtig ist, dass regelmässig der Goldgehalt mit der Pfanne wieder überprüft wird, denn es wäre schade, stundenlang 'nichtgoldhaltiges' Material auf die Schleuse zu schaufeln...

Ein entscheidender Faktor für das erfolgreiche Arbeiten mit der Schleuse ist die Strömungsgeschwindigkeit. Der Auftrieb des Wassers entspricht rund 10% der Wasserfliessgeschwindigkeit. Ein Fluss mit 2m/s Geschwindigkeit erzeugt somit einen Auftrieb von 20cm/s. Je nach Grösse gehen Flitter in der Schleuse verloren, weil sie sich aufgrund des Auftriebs gar nicht mehr absetzen können. Gerade bei Napfflittern besteht die Gefahr durchaus, dass ein Teil des Goldes den Schleusenboden gar nie erreicht. Auf der anderen Seite verstopft die Schleuse, wenn die Strömung zu schwach ist und arbeitet nicht mehr effizient.

Fazit:

Ab einer gewissen Fliessgeschwindigkeit sinkt das Gold gar nicht mehr, auch wenn die Schleuse 10m lang ist. Darum ist es immer wichtig zu beobachten, wie sich die Schleuse verhält.

Es macht Sinn, je nach Schleuse, Material, Wasserstand und Strömungsgeschwindigkeit, das Kies vorzusieben, damit keine grösseren Steine durch die Schleuse gehen und alles verwirbeln und ausspülen. Mit einem kleinen Damm kann auch die Neigung der Schleuse etwas verändert werden. Sobald die Schleuse positioniert ist, beschicke ich die Schleuse mit 1-2 Schaufeln und beobachte, wie sie durchzieht. Danach gibt es nur noch Feintuning. Hier gibt es wohl kein Patentrezept. Mit der Zeit sammelt man die entsprechenden Erfahrungen und weiss immer etwa, wie die Schleuse am besten betrieben wird (weitere Infos beim Elvo Erfahrungsbericht).

Mein Wissen habe ich zum grossen Teil Stefan Grossenbacher (Details unter Links) zu verdanken, bei dem ich sowohl den Anfänger- wie auch den Forgeschrittenenkurs besuchte. Den Rest der Erfahrungen sammelte ich bei den vielen Goldwasch-Ausflügen, welche ich mit der Goldblitzcrew und teils auch ganz alleine unternommen habe.

 

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